Biologische Psychologie
Paradigmen = Bedingungen (Rahmenbedingungen), welche getestet werden
Aufzeichnung psychophysiologischer Aktivität
• EEG - Hirnaktivität
• EKG – Herzaktivität
Invasive physiologische Forschungsmethoden
• EEG Elektroden unter Kortex auf Hirnrinde
Somatosensorik, Nozizeption & Schmerz
• Tastsinn – Wärme, Kälte
Was ist biologische Psychologie?
Die Biologische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, dass sich mit den Beziehungen
zwischen physischen (körperlichen) Zuständen und Prozessen und psychischen (seelischen)
Zuständen und Prozessen beschäftigt.
Sie erforscht also speziell die biologischen Korrelate unseres Erlebens und Verhaltens.
• Korrelation – Zusammenhang ohne gegenseitige Relevanz
o Beispiel: Menschen mit kleinen Füßen machen ein besseres Abitur
• Kausalität – genauere Aussage
o Frauen haben in der Regel kleinere Füße & besuchen häufiger ein Gymnasium
Unabhängige & abhängige Variablen
UV = Unabhängige Variable
Variable, die systematische manipuliert oder selektiert wird
Selektion & Manipulation können kombiniert werde – Ich manipuliere Emotionen, Gruppen
sind bereits selektiert.
1. Dosierung eines Schlafmittels = manipuliert (Versuchsleiter entscheidet wer zu
Gruppe A & wer zu Gruppe B gehört)
2. Vergleich von Rauchern & Nichtrauchern = selektiert (Selektion nach Eigenschaften)
3. Konsum von Alkohol
Einfluss
AV = Abhängige Variable
Wird gemessen.
Erwartet wird, dass sie als Konsequenz der Variation der UV variiert
1. Erfassung der Schlafdauer – Wie lange haben sie geschlafen?
2. Erfassung der Schlafdauer
3. Laufen auf einer geraden Linie (gewisse Strecke mit Abweichung nach außen)
,Biologische Psychologie
Teildisziplin der biologischen Psychologie
1. Physiologische Psychologie
Untersucht die psychischen Auswirkungen von herbeigeführten Veränderungen
(Manipulation) in physiologischen Prozessen
Physiologische Prozesse (UV) → Psychologische Prozesse (AV)
entfernen der Amygdala fehlen von Angst
o Untersuchungsverfahren
▪ Häufig invasiv (direkte Stimulation oder Zerstörung der Neuronen
oder Nerven); Genexpression
o Untersuchungsgegenstand: Tier
Beispiel: José Delgado und der Stier
o UV: leichte Stromstöße durch eine Elektrode in den Nucleus Caudatus
(Struktur tief im Gehirn) via Funksender
o AV: Angriffverhalten des Stiers im Arena
Als der Stier auf Delgado zurast: Betätigung des Senders
o Der Stier stoppt den Angriff
Schlussfolgerung Delgados:
o Stimulation des Nucleus Caudatus kann aggressives Verhalten eliminieren;
Zähmungszentrum sei entdeckt
Was ist an der Schlussfolgerung problematisch?
o Starke Schmerzen, Muskel getroffen
Beispiele:
o Ausmaß aggressives Verhalten (AV) nach direkter Stimulation von
Hirnstrukturen (UV)
o Gedächtnisfunktion/Lernfähigkeit (AV) nach Entfernung eines Hirnabschnittes
(UV)
2. Neuropsychologie
In Menschen ist das Implantieren von Elektroden im Gehirn oder Läsionieren von
Hirngewebe für Forschungszwecken nicht ethisch vertretbar. Die Neuropsychologie
untersucht Folgen von „natürliche“ (angeborene – Hydrozephalus; erworbene oder
fortschreitende – Schlaganfall, Hirnblutung) Hirnschädigung (Läsionen) auf psychische
Prozesse.
o Untersuchungsverfahren
▪ Fallstudien, quasi-experimentelle Studien an Patienten mit
Hirnschädigung
o Forschungsmethoden: Neuropsychologische Tests
o Untersuchungsgegenstand: Mensch
Beispiel:
o Auswirkung von Schlaganfällen auf das Gedächtnis, die Sprache, die
Persönlichkeit, etc.
▪ UV: Hirnschädigung
▪ AV: Feststellung von psychologischen Funktionsstörungen
o Bekanntes Beispiel: der Fall Henry Molaison
▪ Epilepsiepatient, es wurden beide Hypocampushälften entfernt –
Kurzzeitgedächtnis verloren, Motorik wieder erlernt
▪ Motorische Erinnerung: z.B. Ski fahren
,Biologische Psychologie
3. Kognitive Neurowissenschaft
Untersucht neuronale Aktivität, die mit psychologischer Prozesse wie Denken,
Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Emotion einhergeht.
o Forschungsgegenstand:
▪ Vorrangig Menschen ohne struktureller Hirnschädigung (gesund
oder z.B. psychisch erkrankt)
o Forschungsmethoden: bildgebende Verfahren (fMRT, PET)
Beispiel: Welche Hirnareale sind beim Betrachten von emotionalen Bildern aktiv?
o UV: Betrachten von emotionalen Bildern
o AV: Neuronale Aktivität des Gehirns (hier die hintere Hirnlappen)
Beispiel: Welche Hirnareale sind beim Lösen kognitiver Aufgaben aktiv?
4. Psychophysiologie
Untersucht (elektro-)physiologischen Auswirkungen von Veränderungen in psychischen
Prozessen
Psychologische Prozesse (UV) → (elektrische) Physiologische Prozesse (AV)
o Untersuchungsverfahren: (meist) nicht-invasiv, elektrische Messmethoden
o Untersuchungsgegenstand: vorrangig Mensch
o Forschungsmethode: EEG, EKG, Elektromyografie (EMG)
Beispiel: Registrierung hirnelektrischer Aktivität (EEG) während psychologischer
Prozesse, wie geteilter Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung,
Emotionsverarbeitung
o UV: Bearbeitung von kognitive Aufgabe
o AV: (Elektro-) physiologische Veränderungen im EEG Signal
→ Manipuliert: da Aufgabe gewählt wird
→ Selektiert: Alter, Azubis vs. Studi
5. Psychopharmakologie
Untersucht Wirkungen von psychoaktiven Substanzen auf das Gehirn & Verhalten
o Untersuchungsgegenstand: Tier & Mensch
o Forschungsschwerpunkt: Oft anwendungsbezogen – Entwicklung neuer
Medikamente
o UV: Einnahme psychoaktiver Substanzen
o AV: Webverhalten
6. Vergleichende Psychologie
o Comparative Psychology: Vergleicht tierisches & menschliches Verhalten, um
so Evolution, Genetik & Adaptivität von Verhalten zu verstehen
o Untersuchungsverfahren: hauptsächlich nicht-invasiv
o Untersuchungsgegenstand: Tier & Mensch
o Forschungsmethoden: Systematische Beobachtung von Verhalten (keine
Manipulation des Nervensystems)
Beispiel:
o UV: Tierart (Mensch vs. Gorilla)
o AV: soziales Verhalten
, Biologische Psychologie
Geschichte der Biopsychologie
Camillo Golgi & Santiago Ramón y Cajal - Nobelpreisträger 1904
Camillo Golgi
• Arbeitete als Arzt mit psychiatrischen Patienten
• Feste Überzeugung, dass nicht die Seele, sondern das Gehirn erkrankt
• Hirnerforschung schwer, da Gehirn = homogene Masse
• Entwicklung einer histologischen Methode für die Hirnfärbung:
• Golgi-Methode: Behandlung von Nervengewebe mit einer Lösung aus
Kaliumdichromat und Silbernitrat→einzelne Neuronen wurden sichtbar
Santiago Ramón y Cajal
• Entwickelte Golgis Methode weiter
• Färbte Nervenzellen von Hühnern und kleinen Säugetieren
• Fertigte viele Zeichnungen an, die noch heute in Lehrbüchern zu finden sind
• Zog allerdings andere Schlüsse als Golgi....
Golgi vermutete, die Nervenfasern seien wie die Fäden eines Spinnennetzes durchgängig
miteinander verbunden.
Cajal argumentierte, dass das Gehirn aus autonomen Zellen bestehe, welche nur über
Kontaktstellen miteinander kommunizierten = Neuronendoktrin.
Paradigmen = Bedingungen (Rahmenbedingungen), welche getestet werden
Aufzeichnung psychophysiologischer Aktivität
• EEG - Hirnaktivität
• EKG – Herzaktivität
Invasive physiologische Forschungsmethoden
• EEG Elektroden unter Kortex auf Hirnrinde
Somatosensorik, Nozizeption & Schmerz
• Tastsinn – Wärme, Kälte
Was ist biologische Psychologie?
Die Biologische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, dass sich mit den Beziehungen
zwischen physischen (körperlichen) Zuständen und Prozessen und psychischen (seelischen)
Zuständen und Prozessen beschäftigt.
Sie erforscht also speziell die biologischen Korrelate unseres Erlebens und Verhaltens.
• Korrelation – Zusammenhang ohne gegenseitige Relevanz
o Beispiel: Menschen mit kleinen Füßen machen ein besseres Abitur
• Kausalität – genauere Aussage
o Frauen haben in der Regel kleinere Füße & besuchen häufiger ein Gymnasium
Unabhängige & abhängige Variablen
UV = Unabhängige Variable
Variable, die systematische manipuliert oder selektiert wird
Selektion & Manipulation können kombiniert werde – Ich manipuliere Emotionen, Gruppen
sind bereits selektiert.
1. Dosierung eines Schlafmittels = manipuliert (Versuchsleiter entscheidet wer zu
Gruppe A & wer zu Gruppe B gehört)
2. Vergleich von Rauchern & Nichtrauchern = selektiert (Selektion nach Eigenschaften)
3. Konsum von Alkohol
Einfluss
AV = Abhängige Variable
Wird gemessen.
Erwartet wird, dass sie als Konsequenz der Variation der UV variiert
1. Erfassung der Schlafdauer – Wie lange haben sie geschlafen?
2. Erfassung der Schlafdauer
3. Laufen auf einer geraden Linie (gewisse Strecke mit Abweichung nach außen)
,Biologische Psychologie
Teildisziplin der biologischen Psychologie
1. Physiologische Psychologie
Untersucht die psychischen Auswirkungen von herbeigeführten Veränderungen
(Manipulation) in physiologischen Prozessen
Physiologische Prozesse (UV) → Psychologische Prozesse (AV)
entfernen der Amygdala fehlen von Angst
o Untersuchungsverfahren
▪ Häufig invasiv (direkte Stimulation oder Zerstörung der Neuronen
oder Nerven); Genexpression
o Untersuchungsgegenstand: Tier
Beispiel: José Delgado und der Stier
o UV: leichte Stromstöße durch eine Elektrode in den Nucleus Caudatus
(Struktur tief im Gehirn) via Funksender
o AV: Angriffverhalten des Stiers im Arena
Als der Stier auf Delgado zurast: Betätigung des Senders
o Der Stier stoppt den Angriff
Schlussfolgerung Delgados:
o Stimulation des Nucleus Caudatus kann aggressives Verhalten eliminieren;
Zähmungszentrum sei entdeckt
Was ist an der Schlussfolgerung problematisch?
o Starke Schmerzen, Muskel getroffen
Beispiele:
o Ausmaß aggressives Verhalten (AV) nach direkter Stimulation von
Hirnstrukturen (UV)
o Gedächtnisfunktion/Lernfähigkeit (AV) nach Entfernung eines Hirnabschnittes
(UV)
2. Neuropsychologie
In Menschen ist das Implantieren von Elektroden im Gehirn oder Läsionieren von
Hirngewebe für Forschungszwecken nicht ethisch vertretbar. Die Neuropsychologie
untersucht Folgen von „natürliche“ (angeborene – Hydrozephalus; erworbene oder
fortschreitende – Schlaganfall, Hirnblutung) Hirnschädigung (Läsionen) auf psychische
Prozesse.
o Untersuchungsverfahren
▪ Fallstudien, quasi-experimentelle Studien an Patienten mit
Hirnschädigung
o Forschungsmethoden: Neuropsychologische Tests
o Untersuchungsgegenstand: Mensch
Beispiel:
o Auswirkung von Schlaganfällen auf das Gedächtnis, die Sprache, die
Persönlichkeit, etc.
▪ UV: Hirnschädigung
▪ AV: Feststellung von psychologischen Funktionsstörungen
o Bekanntes Beispiel: der Fall Henry Molaison
▪ Epilepsiepatient, es wurden beide Hypocampushälften entfernt –
Kurzzeitgedächtnis verloren, Motorik wieder erlernt
▪ Motorische Erinnerung: z.B. Ski fahren
,Biologische Psychologie
3. Kognitive Neurowissenschaft
Untersucht neuronale Aktivität, die mit psychologischer Prozesse wie Denken,
Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Emotion einhergeht.
o Forschungsgegenstand:
▪ Vorrangig Menschen ohne struktureller Hirnschädigung (gesund
oder z.B. psychisch erkrankt)
o Forschungsmethoden: bildgebende Verfahren (fMRT, PET)
Beispiel: Welche Hirnareale sind beim Betrachten von emotionalen Bildern aktiv?
o UV: Betrachten von emotionalen Bildern
o AV: Neuronale Aktivität des Gehirns (hier die hintere Hirnlappen)
Beispiel: Welche Hirnareale sind beim Lösen kognitiver Aufgaben aktiv?
4. Psychophysiologie
Untersucht (elektro-)physiologischen Auswirkungen von Veränderungen in psychischen
Prozessen
Psychologische Prozesse (UV) → (elektrische) Physiologische Prozesse (AV)
o Untersuchungsverfahren: (meist) nicht-invasiv, elektrische Messmethoden
o Untersuchungsgegenstand: vorrangig Mensch
o Forschungsmethode: EEG, EKG, Elektromyografie (EMG)
Beispiel: Registrierung hirnelektrischer Aktivität (EEG) während psychologischer
Prozesse, wie geteilter Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung,
Emotionsverarbeitung
o UV: Bearbeitung von kognitive Aufgabe
o AV: (Elektro-) physiologische Veränderungen im EEG Signal
→ Manipuliert: da Aufgabe gewählt wird
→ Selektiert: Alter, Azubis vs. Studi
5. Psychopharmakologie
Untersucht Wirkungen von psychoaktiven Substanzen auf das Gehirn & Verhalten
o Untersuchungsgegenstand: Tier & Mensch
o Forschungsschwerpunkt: Oft anwendungsbezogen – Entwicklung neuer
Medikamente
o UV: Einnahme psychoaktiver Substanzen
o AV: Webverhalten
6. Vergleichende Psychologie
o Comparative Psychology: Vergleicht tierisches & menschliches Verhalten, um
so Evolution, Genetik & Adaptivität von Verhalten zu verstehen
o Untersuchungsverfahren: hauptsächlich nicht-invasiv
o Untersuchungsgegenstand: Tier & Mensch
o Forschungsmethoden: Systematische Beobachtung von Verhalten (keine
Manipulation des Nervensystems)
Beispiel:
o UV: Tierart (Mensch vs. Gorilla)
o AV: soziales Verhalten
, Biologische Psychologie
Geschichte der Biopsychologie
Camillo Golgi & Santiago Ramón y Cajal - Nobelpreisträger 1904
Camillo Golgi
• Arbeitete als Arzt mit psychiatrischen Patienten
• Feste Überzeugung, dass nicht die Seele, sondern das Gehirn erkrankt
• Hirnerforschung schwer, da Gehirn = homogene Masse
• Entwicklung einer histologischen Methode für die Hirnfärbung:
• Golgi-Methode: Behandlung von Nervengewebe mit einer Lösung aus
Kaliumdichromat und Silbernitrat→einzelne Neuronen wurden sichtbar
Santiago Ramón y Cajal
• Entwickelte Golgis Methode weiter
• Färbte Nervenzellen von Hühnern und kleinen Säugetieren
• Fertigte viele Zeichnungen an, die noch heute in Lehrbüchern zu finden sind
• Zog allerdings andere Schlüsse als Golgi....
Golgi vermutete, die Nervenfasern seien wie die Fäden eines Spinnennetzes durchgängig
miteinander verbunden.
Cajal argumentierte, dass das Gehirn aus autonomen Zellen bestehe, welche nur über
Kontaktstellen miteinander kommunizierten = Neuronendoktrin.