mündliches Staatsexamen
Schriftspracherwerb
Stand: 06/2024
Note: 1,0
, Gliederung
A. Fachwissenschaftliche, linguistische und psychologische Grundlagen
1. Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs
a. Entwicklungsmodell Ute Frith 1985
b. Entwicklungsmodell Günther 1986
2. Prinzipien der Orthografie
a. Grundlagen der Orthografie – Grapheme, Phoneme, PGK, GPK
b. Prinzipien nach Rieme (1974)
1. Phonologisches Prinzip
2. Morphematisches Prinzip
3. Grammatisches Prinzip
4. Semantisches Prinzip
5. Historisches Prinzip
6. Graphisch-formales Prinzip
B. Historisch relevante und aktuelle methodische Konzepte
1. Synthetische Verfahren
a. Buchstabiermethode
b. Lautiermethode
2. Ganzheitliche Verfahren
a. Gesamtwortmethode nach Brückl
b. Ganzsatzmethode nach Kern
C. Handlungsfelder im Schriftspracherwerb
1. Lese- und Rechtschreibschwäche
a. Definition
b. Symptome
c. Ursachen
d. Diagnose
e. Förderung
2. Phonologische Bewusstheit
a. Phonologische Bewusstheit im weiteren und engeren Sinne
b. Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den SSE
c. Förderung der phonologischen Bewusstheit
d. „Rundgang durch Hörhausen“ als Diagnosemittel
e. “Leichter lesen und schreiben lernen mit Hexe Susi“ als
Förderprogamm
D. Praktische Handlungsfelder/Unterrichtspraktische Fragestellung
Wie kann man mithilfe einer Rechtschreibkonferenz die Selbstständigkeit im Bereich der Rechtschreibung verbessern?
, A. Fachwissenschaftliche, linguistische und psychologische Grundlagen
1. Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs
a. Basismodell nach Uta Frith (1985)
eines der ersten Modelle über die Entwicklung des Schriftspracherwerbs
dient einigen anderen folgenden Modellen als Grundlage
deswegen Basismodell!
beschreibt die Entwicklung von Schriftsprache als stufenförmigen Prozess in drei Stufen
logographemische, alphabetische und orthographische Stufe
jede Stufe wird sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben durchlaufen
Lesen- und Rechtschreiblernen sind korrelierende Prozesse, welche sich gegenseitig bedingen
Modell geht von einer Linearität aus, im Sinne eines stetigen Kompetenzzuwachses
ABER: Es handelt sich lediglich um ein Modell, also eine Idealvorstellung! Es wird nicht die
Realität abgebildet.
Logographemische Stufe
Kinder erkennen Wörter wieder, die im Umfeld häufig vorkommen, z. B. ihren eigenen Namen,
“P” für Parkplatz oder das große gelbe “M” für McDonald’s
es handelt sich hierbei um ein naives ganzheitliches erfassen von Wörtern anhang
herausstechender Merkmale
eine Buchstabenkenntnis ist nicht oder nur teilweise vorhanden
Kinder können Wörter nur “lesen”, weil es ein visuelles Bild abgespeichert hat und diesen
einen semantischen Inhalt zuschreiben kann
es werden evtl. auch alterstypische visuelle Gedächtnisstützen eingesetzt
z. B. “ss” --> sieht ähnlich aus wie eine Welle --> “Wasser”
Vorsicht: Sehr fehlerträchtige Strategie! Kinder erlesen somit fälschlich alle Wörter
mit “ss” als Wasser.
im Schreibprozess ähnlicher Prozess
Kinder malen das abgespeicherte Bild eines Wortes ab, da keine Einsicht in sog. Phonem-
Graphem-Korrespondenz (vgl. 2. Orthographische Grundlagen)