01_Einführung
Kontinuum von Gesundheit und Krankheit ist oft fließend
Gesundheit ist „ein Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht
allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ → schwieriges Thema, wenn man seine Krankheit nicht merkt
Was ist „normal“?
- Ideale Norm: normal ist, wer ohne Beschwerden lebt
- Soziale Norm: normal ist, wer lebt, wie es die Gesellschaft von ihm erwartet
- Statistische Norm: normal ist, wer der Mehrheit alle Person angehört
- Funktionelle Norm: normal ist, wer seine Aufgaben erfüllen kann
Definition psychische Störung
Eine psychische Störung ist dadurch charakterisiert, dass sie das betroffene Kind zw. den Jugendlichen darin
beeinträchtigen, seine alterstypischen Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu bewältigen.
Mögliche Kriterien:
- Abweichung von den Entwicklungsnorm
- Subjektiver Leidensdruck
- Gefährdung von Personen
Entwicklungsaufgaben (Havinghurst 1948)
- Für einzelne Entwicklungsabschnitte gibt es alterstypische E- Aufgaben
- Entwicklungsziel= Bewältigung dieser Aufgaben
- Daraus erben sich Entwicklungschancen, die Bewältigung einer E- Aufgabe kann die Bewältigung
nachfolgender E- Aufgaben erleichtern
- Sensible E- Abschnitte
Säuglings- und Kleinkindalter
Kindergarten- und Vorschulalter
,Mittlere Kindheit
Adoleszenz
Modell zur Entstehung psy. Störungen auf der Basis biopsychosozialer Risiko- und Schutzfaktoren
Epidemiologie
- Methoden: Quer- und Längsschnittmethoden
- Prävalenz & Inzidenz
- Prävalenzrate: Verhältnis gesund/ krank
- Punktprävalenz: Verhältnis gesund/krank zu einem bestimmten Zeitpunkt
- Periodenprävalenz: wie viele Betroffene innerhalb eins definierten Zeitraums (z.B. 1 Jahr)
- Inzidenz: neu- erkrankte in einem definierten Zeitraum
Prävalenz psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter
Prävalenz: 17,6% bis 18% (hat sich kaum geändert in den letzten Jahren)
Kinder sind kein Kinderkram
- Epidemiologische Studien zeigen weltweit: 18% aller Kinder und Jugendlichen haben psy. Störungen
(ADHS, Angststörung, Depression, aggressive Verhaltensauffälligkeiten)
- Psychische Störung ähnlich häufig wie bei Erwachsenen (häufiger als Krebs & kardiovaskulare
Erkrankungen)
, - Statistisches Bundesamt: beobachtet die Entwicklung von weniger Kindern und Jugendlichen
(Population), aber mehr Hilfsangebote bei kindlichen/ jugendlichen psychischen Erkrankungen, die in
Anspruch genommen werden
Intervention bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter
17% der Betroffenen werden behandelt
→ starke Bedeutung von Prävention und Intervention
Häufigkeit verschiedener Störungsbilder
- Angststörungen 10,4%
- Schlafstörungen 12,5%
- Störungen des Sozialverhaltens 7,6%
- Depressionen 5,4%
- Hyperkinetische Störungen 2,2%
Wenn aus Kindern junge Erwachsene werden
- 75% der noch im Erwachsenenalter anhaltenden psychischen Störungen beginnen bereits vor dem 24.
Lebensjahr (50% bereits vor dem 14. Lebensjahr)
- Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen sind vglw. stabil → Risiko für weitere psychische
Störungen erhöhen sich
Multiaxiale Diagnostik
, ADHS, Schlafstörungen → Konzentrationsprobleme
Wenn Mutter schon sagt, sie musste viel ermahnen, sollte man sich mehr vorstellen, als sie sagt
„weiß nicht“→ Desinteresse oder schüchtern?