Modul Nr. 1 Allgemeine Psychologie
Allgemeine Psychologie II –
Problemlösen
Aufgabe 1
Urteilsheuristiken beschreiben Wahrscheinlichkeitsurteile mithilfe derer
Personen Fragen beantworten. Bei dieser Strategie werden Urteile nicht
aufgrund errechneter Wahrscheinlichkeiten, sondern aufgrund von
Erfahrungswerten gefällt. Was sich dabei häufig zeigt ist der Less-is-
more-Effekt. Demnach fällen Personen oft bessere Urteile, wenn Ihnen
weniger Informationen zur Verfügung stehen.
Gigerenzer und Brighton (2009) unterscheiden fünf einfache
Urteilsheuristiken.
Bei der Recognition-Heuristik entscheidet man sich aus zwei Optionen
für diejenige, die erkannt wird beziehungsweise zu der man
Informationen aus dem Gedächtnis abrufen kann. Das Urteil basiert also
auf einer einzigen Information, dem Wiedererkennen. Erkennt man beide
Optionen, wählt man mittels der Fluency-Heuristik diejenige
Antwortmöglichkeit, die schneller erkannt wird. Die Take-the-best-
Heuristik beruht auf dem Vergleichen von Eigenschaften beider
Alternativen. Erkannt man beide Antwortmöglichkeiten, werden weitere
Hinweise (cues) gesammelt und hinsichtlich ihrer Validität beurteilt.
Dabei beginnt man mit dem cue, der die höchste Validität aufweist, und
arbeitet die Hinweise in absteigender Reihenfolge durch. Nach dem
ersten cue, der beide Alternativen voneinander unterscheidet,
entscheidet man. Hinweise werden ebenfalls bei der Tallying-Heuristik
gesammelt. Man wählt diejenige Alternative, die die meisten positiven
Hinweise besitzt. Bei der Satisficing-Heuristik wird zunächst ein
Zielkriterium festgelegt. Es werden alle Alternativen durchgegangen und
sich für diejenige entschieden, die dieses Kriterium erfüllt.
Diese Heuristiken setzten sich jeweils aus den drei Bausteinen Such-,
Abbruch- und Entscheidungsregel zusammen. „Suchregeln definieren,
welche Informationen in welcher Reihenfolge betrachtet werden,
Abbruchregeln definieren das Ende der Informationssuche, und
Entscheidungsregeln definieren, welches Urteil auf der Grundlage der
gefundenen Informationen gefällt wird.“ (Beller & Bender, 2016, S. 21)
Darwin hat bei seiner Entscheidung zwischen „Heiraten“ und „Nicht
Heiraten“ zu beiden Alternativen Hinweise gesammelt und diese